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Erlebnisse
mit meinem ersten Hundel "Cora"…… Ja,
sie war mein erster Hund – ich war unerfahren, hatte schlichtweg keine
Ahnung und war damals auch noch blöderweise der Meinung, Tierärzte
haben ihren Beruf aus Berufung gewählt und tun ihr Möglichstes…..Götter
in weiß eben…….. Zu
deutsch: ich habe mich vollumfänglich darauf verlassen, dass alles
immer richtig sein muss, was der Tierarzt für meinen geliebten
Vierbeiner tut. Meine
Cora stellte ich also kurz nach der Übernahme aus dem örtlichen
Tierheim einem Tierarzt vor, der „gut“ sei, wie man mir sagte. Er
kannte sie wohl, denn er schaute ein wenig verdutzt als ich an der Reihe
war und begrüßte zumindest erstmal meinen Hund mit Namen.
Es kam
der erste Sommer und Cora kratzte sich auffällig viel. Ich fuhr also
mit ihr zum Tierart (dummer Anfänger halt L
)……er erzählte mir von Flöhen und Zecken und den ganzen Gefahren
und ich bekam richtig Angst um meinen Hund…..ich hätte ihm sicher aus
Sorge alles abgekauft, was er mir angeboten hätte……ich kaufte also
Frontline gegen Zecken und Flöhe, natürlich auch gleich noch
Entwurmung, da mein Hund ja auch keine Würmer bekommen sollte, denn es
ist ja wirklich eklig mit solchen langen Dingern im Bauch, zumal die für
den Menschen gefährlich werden können, wenn sie der Hund an den
Menschen überträgt :o) Die
Taschen voller Chemie ging’s also wieder nach Hause und ich machte
dort alles ganz genau so wie es mir der Tierarzt gesagt hatte, denn ich
wollte das Beste für mein Tier – logisch! Mich
wunderte allerdings, dass sich mein Hund nach all der Fürsorge, nach
Anwendung dieses Frontlines und nach Gabe der Entwurmung noch mehr
kratzte. Ich rief den Tierarzt an und ich sollte noch mal kommen um
einen Flohpuder zu holen und auch gleich noch einen sogenannten Fogger,
denn die Biester sitzen bestimmt überall im Teppich und in den Polstermöbeln
und und und. Auch
dies tat ich……das Kratzen wurde schlimmer………aber wir überstanden
den ersten Sommer und wie es Herbst und kühler wurde, ließ das Kratzen
nach um dann im Winter komplett verschwunden zu sein. Wir freuen uns
ohne zu wissen was da noch nachkommen würde. Cora
entwickelte sich immer mehr zum absoluten Traumhund. Sie kam einfach mit
Allem und Jedem klar, liebte alle Menschen, vor allem aber Kinder abgöttisch.
Auch andere Hunde waren ihr zu 98 % sofort sympathisch. Irgendwie wusste
sie schon immer im Voraus was ich von ihr wollte uns sie tat es –
bedingungslos. Aber
der Winter war auch mal wieder um und das Frühjahr kam – eigentlich
ein Grund zur Freude, doch wie die Sonne und die Wärme kam, begann sich
meine Cora wieder zu kratzen. Leider noch schlimmer wie im Vorjahr.
Schon im Mai hatte sie die ersten wundgekratzten Stellen und ich fuhr
wieder mit ihr zu unserem Tierarzt. Wir
zogen die Desensibilisierung durch – durchschlagender Erfolg war
gleich 0, was der Tierarzt irgendwie gar nicht verstand. Nächstes
Blutbild: Nierenwerte schlechter, der Rest angeblich unauffällig. Wir
erhielten Allergiker-Futter von Hills (ich trau es mir heute kaum noch
zu schreiben…..!!), das wir versuchen sollten – Ergebnis:
Verschlechterung des Zustands (allerdings war es auch inzwischen richtig
warm und schwül – Hochsommer eben). Es war
das erste mal in meinem Leben, dass ich mich auf den Winter freute –
das schöre ich bei allem was mir heilig ist! So leid tat mir das
Tierchen…... Inzwischen
hatte ich mich zig Stunden ans Internet gesetzt und mich mit anderen
Meinungen zu Allergien bei Tier und Mensch befasst…… da stellten
sich zum ersten mal meine Nackenhaare hoch bei dem Gedanken, was der
Tierarzt alles in sie reingepumpt hatte! Ich
begann langsam zu begreifen, dass hier so ziemlich alles falsch läuft
und habe mir als ersten Schritt ein anderes Futter für meine Maus
gesucht, bzw. teilweise komplett frisch gefüttert – mit dem Ergebnis,
dass die Sache zumindest erstmal nicht noch schlimmer
wurde………zumindest bis es Herbst wurde und dann ohnehin erstmal
wieder „Alles gut“ war. Natürlich
ging es im folgenden Frühjahr wieder los…….. ich stellte dann
erstmal komplett auf frisches Futter um, ließ mich von einer Züchterin
bzgl. Frischfütterung beraten und setzte das Erlernte um. Außerdem ließ
ich Cora nicht mehr mit Kortisonsalben behandeln sondern besorgte mir
Aloe Vera-Gel. Im Frühjahr
darauf ließ ich ein Blutbild von einem anderen Tierarzt
machen….komisch, da waren dann plötzlich die Nierenwerte auch nicht
so wirklich okay, aber auch die Leukozyten zu hoch. Er meinte aber
gleich, das sei klar, da sie ja wieder ein paar kleine aufgekratzte
Stellen hatte – dies käme davon, meinte er. Mich wunderte nur, dass
dies der andere Tierarzt nicht auf seinem Blutbild sah, obgleich zu der
Zeit die aufgekratzten Stellen weit schlimmer waren……. aber ich war
noch lange nicht so weit, meine weiteren großen Fehler zu erkennen,
denn ich glaubte diesem Tierarzt seine Begründung der erhöhten
Leukozyten. Alles
in Allem kamen wir mit der Frischfütterung – unter Verzicht aller
Chemischen Bomben in der Folgezeit relativ gut klar. Da mal ne Stelle,
dort mal eine kleinere Stelle mit Aloe Vera behandelt und gut war. Dann
kam der Hammersommer – das Jahr der Überflutung! Nachdem das
Hochwasser weg war, kam die Hitze, die Schwüle, die kaum noch erträglich
war…… auch in der Phase kamen wir leidlich gut klar…..zumindest
noch für ein paar Wochen…….. Endlich
ein klein wenig kühler, wir wollten spazieren gehen – mein Mädchen
war inzwischen gerade mal gut 6 Jahre alt – ging einige Schritte,
legte sich hin und keuchte so komisch. Ich total erschrocken beugte mich
zu ihr und sah, dass sie irgendwie total schwer atmete und der Bauch so
komisch aussah, irgendwie gestraffter wie sonst. Ich
rief die Auskunft an und ließ mir den Notdiensttierarzt heraussuchen,
da es natürlich ausgerechnet Sonntag war. Die Tierärztin kannte ich
nur dem Namen nach, aber ich konnte gleich kommen……. Ich
fuhr also am Montag zu einem anderen Tierarzt in der nächstgelegenen
Kleinstadt, der wohl die Hunde des ansässigen Hundesportvereins
behandelte und die Leute meinten, der sei sehr gut. Er
zeigte mir das riesige Herz auf dem Röntgenbild und zeigte mir auf, wie
groß es normal sei dürfte…… ich erschrak und bekam kaum noch einen
Ton raus, meine Knie zitterten…… Nun
bekam ich erstmal Medikamente und einen Zettel, auf dem Stand was ich
wie oft und wie viel geben sollte, mit. Er betonte noch, dass mein Hund
sehr schwer krank ist und ich sollte mich auf jeden Fall ganz genau an
die Vorgaben halten. Eine Woche später sollten wir wieder kommen. Eine
Woche später ging es Cora ein klein wenig besser, sie musste aber alle
1 bis 2 Stunden Pipi machen gehen und trank entsprechend sehr viel. Der
Tierarzt meinte, das sei normal, denn die einen Tabletten seien zur Entwässerung,
damit das Wasser aus dem Bauchraum weggeht, da es das Herz alleine nicht
mehr schafft. Wieder
mal war es Sonntag und meine Cora hatte am Spätnachmittag plötzlich so
was wie einen Epileptischen Anfall, so sah es zumindest für mich als
Laien erstmal aus. Ich suchte im Internet schnell nach dem
Sonntagsdienst und rief dort an. Dieser Tierarzt, der an dem Tag Dienst
hatte, wohnte glücklicherweise nicht sehr weit von uns weg und kam am
späten Abend noch vorbei. Er ließ
sich die Medikamente zeigen sowie den Zettel mit den Angaben zur
Verabreichung. Er sah mich traurig an und sagte, naja, der Hund musste
einen epileptischen Anfall bekommen, das sei klar – die Dosierung der
Entwässerung sei eigentlich für ein Pferd mit 750 kg ausreichend. Sie
habe zu viele Elektrolyte verloren und daher käme so ein Anfall. Klar
wollte ich……… Er nahm
wieder Blut um ein neues Blutbild zu erstellen, schloss sie an sein
EKG-Gerät an und wir bekamen andere, sehr teure Medikamente mit und er
meinte, es müsse ihr in 2 oder 3 Tagen schon mal ein klein wenig besser
gehen. Ihm machte nur der pralle Bauch sehr viele Sorgen und er meinte,
wir können nur hoffen, dass das Herz mit den neuen Medikamenten es
schafft, das Wasser wegzubekommen. Wir sollten 3 Tage später
wiederkommen. Tag und
Nacht beobachtete ich den Bauch meiner Maus, in der Hoffnung, dieser würde
weniger werden. Irgendwie war das nicht so, jedoch standen die Rippen
immer weiter heraus, da sie kaum noch etwas zu sich nahm. Als wir
wieder dort waren, wurde der Bauchumfang gemessen und wie ich befürchtet
hatte, es wurde kein einziger Zentimeter weniger. Er äußerte
die Vermutung, nachdem ich ihm dann den ganzen Werdegang erzählt hatte,
dass meine Cora als Welpe vermutlich Pavovirose hatte,
die nicht zu 100 % ausgeheilt war. Er meinte, diese ganzen Anzeichen würden
dafür sprechen. Auf
meine Frage, ob die anderen Tierärzte das nicht hätten merken müssen,
antwortete er nicht…. Nun
spritzte er meiner Maus ein Mittel, das die Entzündung stoppen sollte
und ich sollte den Bauchumfang messen, wenn dieser in den nächsten 3
Tagen nicht zurückgehen sollte, meinte er, müssen wir punktieren und
das Wasser ziehen. Er
verkaufte uns dann noch Herz-Nieren-Diätfutter, das meine Cora erst
recht nicht fressen wollte. Es waren inzwischen schon die Zacken der
Wirbelsäule sichtbar, so sehr war sie inzwischen abgemagert….bis auf
den Bauch….. Da sich
in den folgenden 3 Tagen nichts veränderte, fuhren wir wieder hin. Der
Tierarzt hat dann den Bauch punktiert, worauf es meiner Maus erstmal ein
wenig besser ging – es war aber so eklig schlimm und ich spürte, dass
es meiner Maus unheimliche Schmerzen bereitete. Ich fragte den Tierarzt,
was nun werden sollte. Cora
hatte daraufhin noch ein paar einigermaßen gute Wochen und Tage. Sie
fraß wieder ein wenig, eben 3 kleinere Mahlzeiten am Tag – aber sie
fraß und sie wollte auch wieder raus in den Garten und auch mal hinten
auf der Wiese herumschnuppern. Dann,
ca. 6 Wochen nach dem Punktieren und nach 3 Kontrollbesuchen beim
Tierarzt, der sich noch nicht so recht freuen wollte….ich auch nicht,
aber ich versuchte jeden Tag mit ihr zu genießen – es schien am
Vormittag als wolle sie die Welt einreißen……sie forderte Fritzi zum
Spielen auf und ich dachte, ich lasse sie einfach machen, denn sie
sollte am Besten merken was ihr gut tut – vielleicht war es
falsch….. Ich zog
mich an und legte den Wuffis die Halsbänder an. Wir gingen gemütlich
über die Wiesen hinter dem Haus, runter an den Bach und Cora war
aktiver als in der ganzen letzten Zeit, jedoch stimmte es mich
bedenklich, dass der Bauch wieder straffer aussah…..ich überlegte,
dass sie ja auch die letzten 3 Tage recht gut gefressen hatte und
versuchte mich selbst zu beruhigen. Nach
dem Spaziergang fraß Cora sogar noch ein Häppchen, legte sich auf ihre
Couch zum Schlafen und ich war eigentlich noch recht
zuversichtlich…...bis sie dann am späten Abend raus wollte zum Pipi
machen und ich mir den Bauch genau ansah…… das gefiel mir nicht und
ich beschloss gleich in der Früh den Tierarzt zu kontaktieren. Doch
dann kippte sie vor der Türe um und blieb liegen. Sie jammerte und der
Bauch war prall wie kurz vor dem platzen….das ging innerhalb von
Sekunden. Als ich
auflegte, versuchte meine Cora sich ins Haus zu schleppen…… ich
holte eine Decke, zog sie ihr unter dem Brustkorb durch um sie zu
unterstützen. So lag
sie auf ihrer Couch als der Tierarzt kam……… Ca. ein
Jahr nach ihrem Tod lernte ich durch einen totalen Zufall ihren
damaligen Züchter kennen (Cora war eine reinrassige Deutsche Schäferhündin
mit sehr guten Papieren), der eigentlich inzwischen aufgehört hatte zu
züchten (was ich sehr gut finde!). Ergo:
Ein einziger der ganzen Tierärzte, mit denen wir es zu tun hatten, war
fähig eine Diagnose zu erstellen, die richtig war – nur war es zu
diesem Zeitpunkt für den Hund zu spät!!!!!! Ich
wollte doch immer das Beste für meine Maus und mir war dann klar, dass
ich ihr nur Sch…… geboten habe. Auf mich hatte sie sich doch immer
verlassen……. Mein
Cora-Schatz – ich weiß, ich habe versagt, denn Du warst die Beste für
mich und ich war nur ein dummer Mensch, ein dummer Anfänger, der heute
andere Fehler macht, aber niemals wieder dieselben wie damals!!!! Die,
die uns kannten, nannten uns immer Siamesische Zwillinge…… |
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