Erlebnisse mit meinem ersten Hundel "Cora"……  

Ja, sie war mein erster Hund – ich war unerfahren, hatte schlichtweg keine Ahnung und war damals auch noch blöderweise der Meinung, Tierärzte haben ihren Beruf aus Berufung gewählt und tun ihr Möglichstes…..Götter in weiß eben……..  

Zu deutsch: ich habe mich vollumfänglich darauf verlassen, dass alles immer richtig sein muss, was der Tierarzt für meinen geliebten Vierbeiner tut.  

Meine Cora stellte ich also kurz nach der Übernahme aus dem örtlichen Tierheim einem Tierarzt vor, der „gut“ sei, wie man mir sagte. Er kannte sie wohl, denn er schaute ein wenig verdutzt als ich an der Reihe war und begrüßte zumindest erstmal meinen Hund mit Namen. Dann fragte er mich nach dem Namen und seit wann ich denn die Cora hätte. Sie sei ihm schon einige Male von Interessenten vorgestellt worden, die das Tierchen dann wohl doch nicht übernehmen wollten. Ich fragte nach dem Grund und er teilte mir mit, dass wohl bereits HD im Ansatz erkennbar sei, wie halt so oft bei den überzüchteten Schäfis und da sie sehr groß für ihre Rasse ist und kräftig gebaut sei, käme noch das relativ hohe Gewicht über kurz oder lang auch noch zum Tragen. Außerdem stimmten wohl beim letzten Blutbild die Nierenwerte nicht, aber dies sei nicht besorgniserregend gewesen……… sie war ja sehr jung - 9 Monate alt - zu dem Zeitpunkt und ich glaubte ihm damals alles was er sagte. Das war bereits mein erster großer Fehler…….  

Cora entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Traumhund. Sie lernte einfach alles im Schnelldurchgang. Komisch eigentlich, denn ich hatte damals wirklich keine Ahnung wie man einem Hund etwas beibringt – eigentlich war’s ja auch eine Blitzentscheidung sie zu übernehmen, denn sie tat mir sooo leid als man mir sagte, sie sei 8 mal vermittelt gewesen und immer wenige Tage danach zurückgegeben worden. Damals verstand ich nicht, dass diese HD im Ansatz der Grund gewesen sein konnte. Damit hatte sie in der Folgezeit auch so ziemlich die wenigsten Probleme…...  

Es kam der erste Sommer und Cora kratzte sich auffällig viel. Ich fuhr also mit ihr zum Tierart (dummer Anfänger halt L )……er erzählte mir von Flöhen und Zecken und den ganzen Gefahren und ich bekam richtig Angst um meinen Hund…..ich hätte ihm sicher aus Sorge alles abgekauft, was er mir angeboten hätte……ich kaufte also Frontline gegen Zecken und Flöhe, natürlich auch gleich noch Entwurmung, da mein Hund ja auch keine Würmer bekommen sollte, denn es ist ja wirklich eklig mit solchen langen Dingern im Bauch, zumal die für den Menschen gefährlich werden können, wenn sie der Hund an den Menschen überträgt  :o)  

Die Taschen voller Chemie ging’s also wieder nach Hause und ich machte dort alles ganz genau so wie es mir der Tierarzt gesagt hatte, denn ich wollte das Beste für mein Tier – logisch!  

Mich wunderte allerdings, dass sich mein Hund nach all der Fürsorge, nach Anwendung dieses Frontlines und nach Gabe der Entwurmung noch mehr kratzte. Ich rief den Tierarzt an und ich sollte noch mal kommen um einen Flohpuder zu holen und auch gleich noch einen sogenannten Fogger, denn die Biester sitzen bestimmt überall im Teppich und in den Polstermöbeln und und und.  

Auch dies tat ich……das Kratzen wurde schlimmer………aber wir überstanden den ersten Sommer und wie es Herbst und kühler wurde, ließ das Kratzen nach um dann im Winter komplett verschwunden zu sein. Wir freuen uns ohne zu wissen was da noch nachkommen würde.  

Cora entwickelte sich immer mehr zum absoluten Traumhund. Sie kam einfach mit Allem und Jedem klar, liebte alle Menschen, vor allem aber Kinder abgöttisch. Auch andere Hunde waren ihr zu 98 % sofort sympathisch. Irgendwie wusste sie schon immer im Voraus was ich von ihr wollte uns sie tat es – bedingungslos.  

Aber der Winter war auch mal wieder um und das Frühjahr kam – eigentlich ein Grund zur Freude, doch wie die Sonne und die Wärme kam, begann sich meine Cora wieder zu kratzen. Leider noch schlimmer wie im Vorjahr. Schon im Mai hatte sie die ersten wundgekratzten Stellen und ich fuhr wieder mit ihr zu unserem Tierarzt. Er setzte sofort Kortisonsalbe und Spritzen ein, damit sich dort keine Entzündungen bilden sollten und keine Bakterien in den Körper dringen können, erklärte er mir. Okay, aber es wurde schlimmer und schlimmer…...wieder hin und er meinte, wir sollten ein Blutbild machen und einen Allergietest. Natürlich wurde das zum Wohle meines Hundes auch so gemacht. Ernüchterndes Ergebnis: Die Nierenwerte seien nicht gut und sie sei Allergikerin, sagte er zu mir und zwar auf diverse Dinge. Wir müssten einen weiteren Allergietest machen um diese Stoffe genauer zu bestimmen…..okay, wieder hin und Blut nehmen, Kortisonsalbe und Spritzen, denn sie hatte die nächsten offenen Stellen, schon größere Flächen an den Schultern und an den Hinterläufen und am Bauch… Ergebnis war dann, sie war auf so ziemlich alles was mit Milben zu tun hatte allergisch. Futtermilben, Hausstaubmilben, Grasmilben…………  
Toll und nun? Fragte ich den Tierarzt ahnungslos wie ich war. Hm, da gebe es ja fast nur eins, denn die Grasmilben kann man schwer vermeiden, die Hausstaubmilben auch fast nicht, Futtermilben eher - durch einfrieren des Trockenfutters würden die wohl tot gehen…. hm………….  
Der Tierarzt meinte, eine Desensibilisierung sei das gelbe vom Ei, damit habe er gute Erfahrungen, sei aber nicht gerade billig……… nach reiflicher Überlegung kratzte ich jeden Cent zusammen, denn ich wollte ja das Beste für meine Maus.  

Wir zogen die Desensibilisierung durch – durchschlagender Erfolg war gleich 0, was der Tierarzt irgendwie gar nicht verstand. Nächstes Blutbild: Nierenwerte schlechter, der Rest angeblich unauffällig. Wir erhielten Allergiker-Futter von Hills (ich trau es mir heute kaum noch zu schreiben…..!!), das wir versuchen sollten – Ergebnis: Verschlechterung des Zustands (allerdings war es auch inzwischen richtig warm und schwül – Hochsommer eben).  

Es war das erste mal in meinem Leben, dass ich mich auf den Winter freute – das schöre ich bei allem was mir heilig ist! So leid tat mir das Tierchen…...  

Inzwischen hatte ich mich zig Stunden ans Internet gesetzt und mich mit anderen Meinungen zu Allergien bei Tier und Mensch befasst…… da stellten sich zum ersten mal meine Nackenhaare hoch bei dem Gedanken, was der Tierarzt alles in sie reingepumpt hatte!  

Ich begann langsam zu begreifen, dass hier so ziemlich alles falsch läuft und habe mir als ersten Schritt ein anderes Futter für meine Maus gesucht, bzw. teilweise komplett frisch gefüttert – mit dem Ergebnis, dass die Sache zumindest erstmal nicht noch schlimmer wurde………zumindest bis es Herbst wurde und dann ohnehin erstmal wieder „Alles gut“ war.  

Natürlich ging es im folgenden Frühjahr wieder los…….. ich stellte dann erstmal komplett auf frisches Futter um, ließ mich von einer Züchterin bzgl. Frischfütterung beraten und setzte das Erlernte um. Außerdem ließ ich Cora nicht mehr mit Kortisonsalben behandeln sondern besorgte mir Aloe Vera-Gel.  
Ergebnis: der Sommer war wesentlich besser als der davor. Im Herbst ließ ich wieder ein Blutbild machen, welches jedoch nach wie vor keine guten Nierenwerte zeigte. Der Tierarzt erklärte mir jedoch, alle anderen Werte seien gut. Okay, ich glaubte das immer noch………  

Im Frühjahr darauf ließ ich ein Blutbild von einem anderen Tierarzt machen….komisch, da waren dann plötzlich die Nierenwerte auch nicht so wirklich okay, aber auch die Leukozyten zu hoch. Er meinte aber gleich, das sei klar, da sie ja wieder ein paar kleine aufgekratzte Stellen hatte – dies käme davon, meinte er. Mich wunderte nur, dass dies der andere Tierarzt nicht auf seinem Blutbild sah, obgleich zu der Zeit die aufgekratzten Stellen weit schlimmer waren……. aber ich war noch lange nicht so weit, meine weiteren großen Fehler zu erkennen, denn ich glaubte diesem Tierarzt seine Begründung der erhöhten Leukozyten.  

Alles in Allem kamen wir mit der Frischfütterung – unter Verzicht aller Chemischen Bomben in der Folgezeit relativ gut klar. Da mal ne Stelle, dort mal eine kleinere Stelle mit Aloe Vera behandelt und gut war.  

Dann kam der Hammersommer – das Jahr der Überflutung! Nachdem das Hochwasser weg war, kam die Hitze, die Schwüle, die kaum noch erträglich war…… auch in der Phase kamen wir leidlich gut klar…..zumindest noch für ein paar Wochen……..  

Endlich ein klein wenig kühler, wir wollten spazieren gehen – mein Mädchen war inzwischen gerade mal gut 6 Jahre alt – ging einige Schritte, legte sich hin und keuchte so komisch. Ich total erschrocken beugte mich zu ihr und sah, dass sie irgendwie total schwer atmete und der Bauch so komisch aussah, irgendwie gestraffter wie sonst.  

Ich rief die Auskunft an und ließ mir den Notdiensttierarzt heraussuchen, da es natürlich ausgerechnet Sonntag war. Die Tierärztin kannte ich nur dem Namen nach, aber ich konnte gleich kommen……. Das war dann sehr komisch, denn sie musterte meine Cora von allen Seiten, allerdings aus einer Entfernung von 2 Metern. Ja, mein Hund lag im Platz ungefähr in der Mitte der Praxis und die Dame kreiste um sie herum. Auf die Frage, ob sie sie nicht vielleicht mal untersuchen möchte…? Sie meinte, hm, sie kenne ja den Hund nicht und wisse nicht wie sie reagiert und sie denkt, es sei das Herz oder so.  
Ich sollte Montag noch mal kommen und eine Urin-Probe mitbringen, so könne sie jetzt eigentlich nichts tun. Heute würde ich anders reagieren……..  

Auf dem Weg nach Hause dachte ich mir, ich sollte wohl am Folgetag zu einem anderen Tierarzt fahren, was ich auch tat.  

Ich fuhr also am Montag zu einem anderen Tierarzt in der nächstgelegenen Kleinstadt, der wohl die Hunde des ansässigen Hundesportvereins behandelte und die Leute meinten, der sei sehr gut.  
Er untersuchte meine Cora, röntgte das Herz und studierte das Blutbild, das ich mir beim letzten Mal hatte aushändigen lassen (zumindest das hatte ich schon mal gelernt….).

Er zeigte mir das riesige Herz auf dem Röntgenbild und zeigte mir auf, wie groß es normal sei dürfte…… ich erschrak und bekam kaum noch einen Ton raus, meine Knie zitterten…… Weiter meinte er, im Bauch sei Wasser, das vom Herz nicht mehr abgepumpt werden kann und der Nierenwert, der da auf dem Blutbild schlecht ist, habe auch mit der Leber zu tun, aber als erstes müssten wir versuchen, das Herz einigermaßen stabil zu bekommen. Ich wollte alles tun, was er mir sagt, denn ich hatte panische Angst um meine Maus.  

Nun bekam ich erstmal Medikamente und einen Zettel, auf dem Stand was ich wie oft und wie viel geben sollte, mit. Er betonte noch, dass mein Hund sehr schwer krank ist und ich sollte mich auf jeden Fall ganz genau an die Vorgaben halten. Eine Woche später sollten wir wieder kommen.  

Eine Woche später ging es Cora ein klein wenig besser, sie musste aber alle 1 bis 2 Stunden Pipi machen gehen und trank entsprechend sehr viel. Der Tierarzt meinte, das sei normal, denn die einen Tabletten seien zur Entwässerung, damit das Wasser aus dem Bauchraum weggeht, da es das Herz alleine nicht mehr schafft.  
Okay, erstmal alles wie gehabt und 14 Tage später wieder kommen. Ich bekam immer mehr Angst, zumal meine Cora immer weniger Appetit hatte und bis auf den Bauch immer weniger wurde.  
Ich kontaktierte auf die Entfernung unabhängig 2 Tierheilpraktiker, da wir hier Vorort niemanden in der Richtung hatten. Klar, ohne meine Maus gesehen zu haben konnte auch keiner allzu viel dazu sagen und ich wusste nicht mehr was ich tun sollte. Mit dem Ergebnis bei dem Tierarzt war ich natürlich auch nicht zufrieden, aber ich wusste nicht was ich tun sollte……  

Wieder mal war es Sonntag und meine Cora hatte am Spätnachmittag plötzlich so was wie einen Epileptischen Anfall, so sah es zumindest für mich als Laien erstmal aus. Ich suchte im Internet schnell nach dem Sonntagsdienst und rief dort an. Dieser Tierarzt, der an dem Tag Dienst hatte, wohnte glücklicherweise nicht sehr weit von uns weg und kam am späten Abend noch vorbei.  

Er ließ sich die Medikamente zeigen sowie den Zettel mit den Angaben zur Verabreichung. Er sah mich traurig an und sagte, naja, der Hund musste einen epileptischen Anfall bekommen, das sei klar – die Dosierung der Entwässerung sei eigentlich für ein Pferd mit 750 kg ausreichend. Sie habe zu viele Elektrolyte verloren und daher käme so ein Anfall.  
Ich war erstmal total fertig und musste mich erstmal setzen um nicht aus den Schuhen zu fallen, ich musste einfach weinen – ich wollte doch das Beste für meinen Schatz und ich sah diesem Tierarzt irgendwie an, dass es nicht mehr gut um meine Cora stand.  

Er meinte auch, die Herztabletten seien nicht so sehr gut, da gebe es schon bessere Medikamente. Wenn ich möchte, sollte ich am Folgetag zu ihm in die Praxis kommen, dann würde er sehen, was er evtl. noch für sie tun könnte.  

Klar wollte ich………

Er nahm wieder Blut um ein neues Blutbild zu erstellen, schloss sie an sein EKG-Gerät an und wir bekamen andere, sehr teure Medikamente mit und er meinte, es müsse ihr in 2 oder 3 Tagen schon mal ein klein wenig besser gehen. Ihm machte nur der pralle Bauch sehr viele Sorgen und er meinte, wir können nur hoffen, dass das Herz mit den neuen Medikamenten es schafft, das Wasser wegzubekommen. Wir sollten 3 Tage später wiederkommen.

Tag und Nacht beobachtete ich den Bauch meiner Maus, in der Hoffnung, dieser würde weniger werden. Irgendwie war das nicht so, jedoch standen die Rippen immer weiter heraus, da sie kaum noch etwas zu sich nahm.

Als wir wieder dort waren, wurde der Bauchumfang gemessen und wie ich befürchtet hatte, es wurde kein einziger Zentimeter weniger. Der Tierarzt fragte mich dann, ob ich wüsste seit wann der Hund so schlechte Leberwerte habe. Ich sah ihn mit großen Augen an und sagte ihm, dass eigentlich immer die Nierenwerte nicht so sonderlich gut waren, mir aber immer gesagt wurde, dass die Werte nicht besorgniserregend seien. Er sah mich so komisch an, legte mir den Blutbefund vor und erklärte mir die Begriffe, die da Standen und die Zahlen. Er sagte mir etwas von einem Nierenwert, der mit der Leber zu tun hätte (…..das hatte ich zumindest schon mal irgendwo gehört) und dass die Leukozyten erhöht seien, was für einen Entzündungsherd sprechen würde. Dieser Wert sei auch so hoch, dass er nicht übersehen werden könnte.  

Er äußerte die Vermutung, nachdem ich ihm dann den ganzen Werdegang erzählt hatte, dass meine Cora als Welpe vermutlich Pavovirose  hatte, die nicht zu 100 % ausgeheilt war. Er meinte, diese ganzen Anzeichen würden dafür sprechen.

Auf meine Frage, ob die anderen Tierärzte das nicht hätten merken müssen, antwortete er nicht….  

Nun spritzte er meiner Maus ein Mittel, das die Entzündung stoppen sollte und ich sollte den Bauchumfang messen, wenn dieser in den nächsten 3 Tagen nicht zurückgehen sollte, meinte er, müssen wir punktieren und das Wasser ziehen.

Er verkaufte uns dann noch Herz-Nieren-Diätfutter, das meine Cora erst recht nicht fressen wollte. Es waren inzwischen schon die Zacken der Wirbelsäule sichtbar, so sehr war sie inzwischen abgemagert….bis auf den Bauch…..  

Da sich in den folgenden 3 Tagen nichts veränderte, fuhren wir wieder hin. Der Tierarzt hat dann den Bauch punktiert, worauf es meiner Maus erstmal ein wenig besser ging – es war aber so eklig schlimm und ich spürte, dass es meiner Maus unheimliche Schmerzen bereitete. Ich fragte den Tierarzt, was nun werden sollte. Er meinte: „beten, dass sich der Bauch nicht wieder so sehr mit Wasser füllt“! Ich sah ihn an und hörte mich dabei sagen, dass ich das mit dem Punktieren meinem Hund nicht noch einmal zumuten möchte…….er nickte und sagte, das könne er gut verstehen und es sei eigentlich auch so, dass es dann auch keinen Sinn mehr machen würde, wenn sie es jetzt nicht vollends alleine mit den Medikamenten schafft.  

Cora hatte daraufhin noch ein paar einigermaßen gute Wochen und Tage. Sie fraß wieder ein wenig, eben 3 kleinere Mahlzeiten am Tag – aber sie fraß und sie wollte auch wieder raus in den Garten und auch mal hinten auf der Wiese herumschnuppern.  

Dann, ca. 6 Wochen nach dem Punktieren und nach 3 Kontrollbesuchen beim Tierarzt, der sich noch nicht so recht freuen wollte….ich auch nicht, aber ich versuchte jeden Tag mit ihr zu genießen – es schien am Vormittag als wolle sie die Welt einreißen……sie forderte Fritzi zum Spielen auf und ich dachte, ich lasse sie einfach machen, denn sie sollte am Besten merken was ihr gut tut – vielleicht war es falsch….. Am frühen Nachmittag stand sie neben der Türe und wedelte wie irre, was sie immer tat, wenn sie gerne spazieren gehen wollte und erwartete ein ja oder nein von mir.  

Ich zog mich an und legte den Wuffis die Halsbänder an. Wir gingen gemütlich über die Wiesen hinter dem Haus, runter an den Bach und Cora war aktiver als in der ganzen letzten Zeit, jedoch stimmte es mich bedenklich, dass der Bauch wieder straffer aussah…..ich überlegte, dass sie ja auch die letzten 3 Tage recht gut gefressen hatte und versuchte mich selbst zu beruhigen.  

Nach dem Spaziergang fraß Cora sogar noch ein Häppchen, legte sich auf ihre Couch zum Schlafen und ich war eigentlich noch recht zuversichtlich…...bis sie dann am späten Abend raus wollte zum Pipi machen und ich mir den Bauch genau ansah…… das gefiel mir nicht und ich beschloss gleich in der Früh den Tierarzt zu kontaktieren.  

Doch dann kippte sie vor der Türe um und blieb liegen. Sie jammerte und der Bauch war prall wie kurz vor dem platzen….das ging innerhalb von Sekunden. Ich rief sofort den Tierarzt per Handy an und er sagte mir, dass ich nun vor der Entscheidung stehen würde, die ich vor Kurzem in der Praxis eigentlich schon getroffen hätte……..obwohl ich dies zu diesem Zeitpunkt wusste, war es, als ob mir jemand einen Eisenhammer auf den Schädel gedroschen hätte. Ich hatte urplötzlich einen Migräneanfall, was ich sonst höchstens einmal im Jahr habe, dass ich nicht mehr wusste was unten und oben ist. Ich wusste aber, dass ich meine Maus nicht quälen möchte und sie lag da am Boden und jammerte – ich sagte dem Tierarzt er möchte bitte zu uns kommen so schnell er kann.  

Als ich auflegte, versuchte meine Cora sich ins Haus zu schleppen…… ich holte eine Decke, zog sie ihr unter dem Brustkorb durch um sie zu unterstützen.

So lag sie auf ihrer Couch als der Tierarzt kam………  

Ca. ein Jahr nach ihrem Tod lernte ich durch einen totalen Zufall ihren damaligen Züchter kennen (Cora war eine reinrassige Deutsche Schäferhündin mit sehr guten Papieren), der eigentlich inzwischen aufgehört hatte zu züchten (was ich sehr gut finde!). Ich sprach ihn auf eine seiner Hündinnen mit dem Namen Cora an, die er damals nach Hamburg verkauft hatte, zurückbekam und dann in Dessau verkauft hatte…..und er erinnerte sich sogar (!) – klar, er hatte sie ja dann ebenfalls wieder zurückbekommen und eigenhändig im Tierheim abgegeben……..  
Er sagte mir, er sei der Meinung, sie sei damals im Tierheim gestorben, da sie ja ewig mit dieser Parvo zu tun hatte…………  

Ergo: Ein einziger der ganzen Tierärzte, mit denen wir es zu tun hatten, war fähig eine Diagnose zu erstellen, die richtig war – nur war es zu diesem Zeitpunkt für den Hund zu spät!!!!!!  

Ich wollte doch immer das Beste für meine Maus und mir war dann klar, dass ich ihr nur Sch…… geboten habe. Auf mich hatte sie sich doch immer verlassen…….  

Mein Cora-Schatz – ich weiß, ich habe versagt, denn Du warst die Beste für mich und ich war nur ein dummer Mensch, ein dummer Anfänger, der heute andere Fehler macht, aber niemals wieder dieselben wie damals!!!!  

Die, die uns kannten, nannten uns immer Siamesische Zwillinge……  

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